gezähmtes holz (1/2)
     
     
   

Lapidar kurz der Titel der Arbeiten: Wood. Doch was verbinden wir nicht alles mit dem Wort Holz, ganze Bedeutungsfelder breiten sich In der Vorstellung aus, vor allem nimmt das Wissen Raum, dass Holz etwas ist, das nach eigenen Gesetzen entsteht und lebt, jedenfalls das Bild einer Materialität, die sich nicht in glatten Umrissen und geraden Schnitten darbietet "wie man es sich von der konstruktiven Kunst wünscht". So Peter Staechelin bei der Einführung zu der 23. Ausstellung "Aspekte Konstruktiver Kunst im Freiburger E-Werk, die diesmal dem Bildhatier Johannes Bierling eingerichtet worden Ist, der im E-Werk auch sein Atelier hat. Und doch passen die Arbeiten In diese Reihe. Zumindest für den Moment, solange sich die Form nicht selber auflöst, denn Holz arbeitet ja bekanntlich. Wir sehen in Augenhöhe eine gleichmäßige Reihung von zwölf Wandobjekten. Grundform Ist jeweils ein Zylinder von 16,5 Zentimetern Durchmesser, den Bierling aus Aborii-, beziehungsweise Nussbaumholz geeäst hat -wie das Idealbild eines immer gleich dicken Stammes. Mit 21 Zentimetem Höhe entspringt er allerdings nicht dem Boden, sondern der Wand und ragt an zwölf Stellen in den Raum hinein, dem Betrachter entgegen. Die uns zugewatidte Schauseite der Objekte ist die plane Kreisform des Querschnitts. Hier ist Holz in Einschnitten weggenommen und geometrische Umrisse großen Variantenreichtums bleiben stehen.